Aktuelles

Barrierefreie Kulturangebote

29. April 2016

Auch im Theater sorgen Audiodeskriptionen für ein gemeinsames und inklusives Erlebnis. Zwei aktuelle barrierefreie Aufführungen des Staatstheaters Braunschweig sowie ein besonderes Projekt in Mecklenburg-Vorpommern möchten wir Ihnen gerne ans Herz legen.

Im Staatstheater Braunschweig laufen noch zwei Aufführungen aus der aktuellen Spielzeit mit einer Live-Audiodeskription. Es wird zusätzlich jeweils eine Stunde vorher eine Einführung des Stücks angeboten. Ausführliche Inhaltsangaben finden Sie am Ende dieser Nachricht.

  • Effi Briest
    Sonntag, 29. Mai 2016, 14:30 Uhr im Großen Haus
    Dauer des Stücks: 2:20 (KEINE Pause)
  • Die Jungfrau von Orleans
    Samstag, 25. Juni 2016, 19:30 Uhr im Kleinen Haus
    Dauer des Stücks: maximal 2:30 (das Stück feiert erst am 21.5. Premiere, daher kann die Dauer zum jetzigen Zeitpunkt nur geschätzt werden.)

Anmeldungen bei:

  • Karoline Konrad
    Telefon: +49 (0)531 1234 101
    KarolineKonrad@staatstheater-braunschweig.de

Adresse:

  • Staatstheater Braunschweig
    Am Theater
    38100 Braunschweig

Weitere Aufführungen mit Audiodeskription sowie zusätzliche Angebote zur besseren Zugänglichkeit wurden innerhalb des EU-geförderten Projektes „Barrierearme Großereignisse in Mecklenburg-Vorpommern“ realisiert. Es hat zum Ziel, Großveranstaltungen in Mecklenburg-Vorpommern so barrierefrei wie möglich zu gestalten, damit auch seh- oder hörgeschädigte Menschen oder Menschen mit einer Mobilitätseinschränkung in den Genuss von Veranstaltungen und Konzerten kommen können.

  • Faust I (Festspiele Wismar)
    Sonntag 24.07.2016 16 Uhr 
St.-Georgen-Kirche Wismar

Anmeldung und Ticketkauf unter:

http://festspiele-wismar.de/

Außerdem sind alle Konzerte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern für seheingeschränkte und blinde Menschen geeignet. Es gibt hier folgende Zusatzangebote:

  • Programmhefte einzelner Konzerte als barrierefrei lesbare PDF
  • Programmhefte einzelner Konzerte in Brailleschrift
  • früherer Einlass
  • Begleitung zum Platz
  • Beschreibung des Bühnenbildes und der Location

Auf der Internetseite http://festspiele-mv.de/service/barrierefrei/ können Sie sich das gesamte Konzertprogramm vorlesen lassen bzw. Stehen barrierefreie PDFs zur Verfügung.

Kartenbestellung bei:

  • Frau Weid
    Tel.: 0385 5918525 
E-Mail: b.weid@festspiele-mv.de 
Post: Lindenstraße 1, 19055 Schwerin 
Fax: 0385 5918510

Inhaltsangaben der Aufführungen im Staatstheater Braunschweig:

Effi Briest

nach dem Roman von Theodor Fontane
in einer Fassung für das Staatstheater Braunschweig

Effi Briest ist 17 Jahre alt, als sie auf Anraten ihrer Eltern den doppelt so alten Baron von Instetten heiratet. Die Ehe verspricht ihr eine gute gesellschaftliche Stellung, denn Instetten ist ehrgeizig und wird es noch weit bringen. Effi ist zuversichtlich.

In Kessin, wo Instetten als Landrat tätig ist, sieht das anders aus. Instetten – an seiner Karriere arbeitend – lässt Effi oft allein. Sie ängstigt sich, bezeichnet das eigene Haus als Spukhaus und langweilt sich zunehmend. Die Bewohner und ihr Leben im Badeort können ihrer Lust nach Freiheit und Abenteuer nur wenig entgegenhalten. Auch die Geburt ihrer Tochter Anni ändert an dieser Situation nichts. Ebenso ist die Liebesbeziehung zu dem leichtlebigeren aber verheirateten Major von Crampas nur eine Abwechslung. Als Instetten befördert wird, zieht die kleine Familie nach Berlin. Hier sollen glücklichere Tage anbrechen und sich das Leben mehr nach Effis Vorstellungen entwickeln. Da aber findet Instetten Liebesbriefe von Crampas an Effi. Auch wenn die Affäre inzwischen mehr als sechs Jahre zurückliegt, fordert er Crampas zum Duell und verstößt seine Frau. Dass er damit nicht nur das Leben von Effi zerstört, sondern auch sein eigenes ist ihm durchaus bewusst. Aber die gesellschaftlichen Verhältnisse verlangen dieses Handeln von ihm.
Effi kann dieser Gesellschaft der Tugenden, Normen und Konventionen, in der das Individuum zugunsten der öffentlichen Meinung geopfert wird, nur mit Abscheu begegnen.

Theodor Fontanes 1894/1895 entstandener Text ist ein erster Vertreter des deutschen gesellschaftskritischen Romans. Die Themen und Fragen nach einer frei und selbstgestalteten Zukunft, dem richtigen Leben und dem »tyrannisierenden Gesellschafts-Etwas« sind dabei verblüffend gegenwärtig.

„Regisseurin Schirin Khodadadian zeigt in Braunschweig eine atemberaubende, quicklebendige, hochintelligente, ausgelassene, ernste und ungemein berührende Version von Theodor Fontanes Roman ‚Effi Briest‘.“ Hannoversche Allgemeine Zeitung

Die Jungfrau von Orleans

von Friedrich Schiller

Frankreich, Anfang des 15. Jahrhunderts. Das Land droht den nun fast 100 Jahre währenden Krieg mit England zu verlieren. Der Streit um die Thronfolge, um Besitztümer und die politische Macht im Inneren hat die Staatsfinanzen ruiniert, Regionen verwüstet, die Bevölkerung demoralisiert. Militärs und Patrioten stehen mit dem Rücken zur Wand und verzweifeln am schwindenden Siegeswillen ihres Monarchen. Da taucht wie aus dem Nichts eine junge Frau auf, keine 18 Jahre alt. Sie erklärt, die von Gott auserwählte Retterin Frankreichs zu sein, die Schlachten des Königs zu schlagen und ihn zur Krönung nach Reims führen zu wollen. Ihr Glaube ist ungebrochen, ihr Kriegsziel absolut. In einer für Frankreich aussichtslosen Situation reißt sie das Ruder herum und pflanzt den verzagten Heeresführern neuen Siegeswillen in die Brust. Die Mission gelingt, die von Gott gesandte Jungfrau bringt Karl VII. zurück auf Frankreichs Thron.

Nur sie selbst, Johanna, wird ihre eigene Erfolgsgeschichte nicht überstehen, ist plötzlich weltlich geworden, vom eigenen Vater der Hexerei beschuldigt und von der Politik verstoßen. Am Ende holt sie sich ein letztes Mal ihren Gottesauftrag zurück, nur um daran zu sterben. Schillers »romantische Tragödie« von 1801 lässt weite Teile der historischen Überlieferung, wie das Ende der französischen Nationalheldin auf dem Scheiterhaufen von Rouen, hinter sich zugunsten der Auseinandersetzung seiner Protagonistin mit ihrem Glauben und ihrem Auftrag. Das Drama der siegreichen Retterin, die im Besitz der Wahrheit aber nicht der Macht ist, ist auch das Drama des funktionalisierten Menschen, ob im Namen eines Staates oder einer Religion.

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